Von Damaskus nach Wien

Ein sicheres Zuhause, ein stabiles Umfeld und medizinische Versorgung. Für uns fast selbstverständlich, für viele andere leider nicht. Umso schöner, dass der Verein „Willkommen Mensch in Wien-West“ Menschen mit Asylberechtigung helfen konnte, diese Grundbedürfnisse abzudecken.

Ein Familienvater aus der Nähe von Damaskus erzählt und gibt uns einen Einblick von seiner Heimat, seiner Flucht und vom Leben in der neuen Heimat Wien. Und diese ist der alten Heimat gar nicht so unähnlich. Dynamisch, aber auch gemütlich. Dies hat ihm schon sein Vater, der Wien kannte, erzählt und damit den Grundstein dafür gelegt, dass die Familie Wien als Ziel im Auge hatte.

Ausschlaggebend für die Flucht des Familienvaters im Dezember 2014 war ein Bombenanschlag auf seine Tischlerei, bei der er schwere Verbrennungen erlitt. Zum Glück gelang die Flucht und die Familie konnte ein halbes Jahr später nachkommen. Der Asylstatus war der erste Schritt in ein neues, sicheres Leben – aber es begann auch eine aufregende neue Reise. Denn nach einer privaten Unterkunft am Kordon war es notwendig, dass die Familie eine leistbare Wohnung mit mehr Platz findet, sich um die weitere notwendige medizinische Versorgung des Vaters kümmert und die deutsche Sprache erlernt.

Mit der Unterstützung des Vereins „Willkommen Mensch! in Wien West“ ist es gelungen, eine fixe und etwas größere Wohnung für die Familie zu finden. Der neue Wohnraum bietet jedem Familienmitglied genug Platz, um sich in Ruhe in der neuen Heimat zurechtzufinden, einzuleben und anzukommen. Nun ist alles an seinem Platz und die Familie kann in einem stabilen Umfeld zusammen leben. Da die Wohnung im 14. Bezirk liegt, kann der Kontakt zu Vereinsmitgliedern leichter beibehalten werden, was für die weitere Integration sehr wichtig ist. Durch regelmäßige Treffen unterstützen Vereinsmitglieder die Familie beim Erlernen der Sprache, pflegen durch gemeinsame Treffen den persönlichen Kontakt oder geben den Kindern Nachhilfe.

Die Familie verspürt viel Dankbarkeit für die Hilfe, die ihnen Österreich und der Verein bietet, und schätzt die Gerechtigkeit und Sicherheit bei uns. Wünsche und Hoffnungen gibt es natürlich dennoch. So möchte die Familie so rasch wie möglich die deutsche Sprache erlernen, denn der Vater ist überzeugt: „Wenn man sich nicht verständigen kann, gibt es eine Mauer zwischen den Menschen“.

Der Spracherwerb ist daher Voraussetzung dafür, dass der Vater wieder als Tischler arbeiten kann. Er ist aber kein gewöhnlicher Tischler: der dreifache Familienvater ist spezialisiert auf das orientalische Tischlerhandwerk und hat in seiner Heimat außergewöhnliche Küchen oder Kästen im orientalischen Stil gefertigt. Er hofft, dass er auch bei uns auf Nachfrage für sein seltenes Handwerk stößt. Damit ginge für ihn ein Traum in Erfüllung: wieder unabhängig zu sein und kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, auf Hilfe angewiesen zu sein.

 

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